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Erkenntnisse aus 10 Veranstaltungen zum UnternehmertumSonntag 06. September 2009 01:23 Alter: 3 yrs
Rubrik: Wissen & Gesellschaft
Als der Verein InOne Consult vor knapp einem Jahr seine erste Skizze zur Studium-Generale-Reihe einreichte und sein Konzept vorstellte, herrsche zunächst ausgesprochene Skepsis. Dabei war es nicht nur die Tatsache, dass die Vorlesungsreihe von Studierenden organisiert werden sollte, vor allem das durchaus neue und gewagte Konzept provozierte Rückfragen: Unternehmer und Vertreter der Wirtschaft ins Studium Generale einzuladen, Praxisbezug herzustellen, Dialog zu erzeugen zwischen Wissenschaft und Praxis - all das Ideen, die das ursprüngliche Studium-Generale-Konzept weit hinter sich ließen. Und doch, am Ende und nach 10 lehrreichen Veranstaltungen können wir ein Fazit ziehen, das uns durchaus positiv auf die gesamte Veranstaltungsreihe zurückblicken lässt. Aber nicht nur ein positives Gefühl, sondern auch einige wichtige Erkenntnisse führen zu diesem Fazit. Drei dieser Erkenntnisse möchten wir in den Raum stellen, um zu zeigen, dass die gewählte Form der Vorlesungsreihe die richtige war und die gesellschaftliche Diskussion über das Thema Unternehmertum angeregt hat. Die erste Erkenntnis lautet: "Deutschland, du kennst deine Unternehmer nicht". Auch wenn wir glauben, von unseren Managern oft genug in der Zeitung zu lesen, so haben wir doch in Wirklichkeit keine Ahnung, wie die meisten der Menschen denken, die in Deutschland Unternehmen gründen und vielen Millionen Menschen einen Arbeitsplatz geben. Mit welchen Prinzipien und welchen Systemen sie ihre Unternehmen führen, ihre Mitarbeiter behandeln und unsere Produkte herstellen, bleibt uns meistens verborgen. Diese Menschen hautnah zu erleben, zu sehen, was sie denken und wie sie handeln, erscheint uns als unerlässlich, um die Kluft zwischen Gesellschaft und Wirtschaft nicht weiter auseinander driften zu lassen - und es jedem Bürger zu ermöglichen, sich ein eigenes und direktes Bild von unseren Unternehmern machen zu können. Zweite Erkenntnis: "Dialog ist nicht immer einfach". Im Laufe der Vorlesungsreihe hat es sich immer wieder gezeigt, wie schwierig es ist, Redner und Gäste auf ein gemeinsames Niveau zu stellen und sie dazu zu bringen, mit der gleichen Sprache über ein Thema zu sprechen. Sowohl Unternehmer wie auch Wissenschaftler leben häufig in ihrer eigenen Welt. Der Anspruch der Vorlesungsreihe, Dialog herzustellen, war somit ein durchaus gewagter und zeigt exemplarisch, mit welchen Schwierigkeiten sowohl die Wissenschaft als auch die Praxis im Umgang miteinander leben müssen - und wie wichtig es für den gesellschaftlichen Austausch ist, den Dialog trotzdem zu versuchen. Die dritte Erkenntnis resultiert aus der Stellung, die das Thema Unternehmertum in unserer Gesellschaft einnimmt. Es ist häufig zu hören, mit welch geringer Priorität ein Individuum, unabhängig von seiner sozialen und intellektuellen Stellung, an das Thema Existenzgründung denkt. Genauso berechtigt ist die Frage, wie positiv man das Thema Gründung darstellen sollte - und ob man nicht auch auf die Gefahren hinweisen sollte. Auch hier ist zu sagen, dass natürlich die Schwierigkeiten nicht verschwiegen werden dürfen - aber dass es eben auch die Unternehmer braucht, die ein Produkt an den Markt bringen, das nach ein paar Jahren wieder verschwindet. Erst solche Wagemutigen ermöglichen, dass sich aus der Vielzahl der Versuche die Unternehmen und Produkte herauskristallisieren, die am Ende zu wirklichen Innovationen werden, die für die Gemeinden Gewerbesteuer produzieren, das deutsche Wirtschaftswachstum fördern und für Menschen einen Arbeitsplatz sichern. Und deshalb lautet die dritte Erkenntnis: Wir sind noch nicht mutig genug. Uns fehlen die Wagemutigen, die die Möglichkeit einer Unternehmensgründung für sich an erste Stelle setzen und an die eigene Innovationskraft glauben - und gerade das sollte unsere Vorlesungsreihe erzeugen: Menschen, die sich begeistern lassen von Unternehmern und selbst auf die Suche gehen. Als Veranstalter der Studium-Generale-Reihe zum Thema Unternehmertum im Sommersemester 2009 möchten wir uns bei allen Teilnehmern, Rednern und Helfern über die große Unterstützung bedanken! | ||||
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