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Nach dem Workcamp

Montag 17. Oktober 2005 07:25 Alter: 7 yrs
Rubrik: Frankreich - EVS

Von: Philipp

5 Wochen - wie bitte?? Ich habe das gleich dreimal in meinen Kalender nachgeschaut, da es so unglaublich klingt und ich mir einfach nicht vorstellen konnte, dass es jetzt schon (fast) FÜNF Wochen sind - aber es stimmt. Ich kann mir nicht ganz erklären, warum diese Wochen so schnell verflogen sind, aber wahrscheinlich liegt es an den vielen vielen Ereignissen und Eindrücken, die ich in den letzten Wochen mitgemacht habe und die auch nicht immer einfach waren. Schließlich habe ich die letzten 3 Wochen praktisch in einem Workcamp verbracht, das hier im Ort stattgefunden hat - genauer gesagt bei uns im Haus... doch dazu später mehr. 

Zunächst erstmal vielleicht ein kurzer Abriss über diese ersten Wochen - ja über den ersten Monat in St. Caprais. Inzwischen haben wir begonnen, uns in die unterschiedlichen Strukturen unserer Arbeit einzuarbeiten: In das Centre de Loisirs (immer Mittwochs und in den Ferien, pro Tag 8-9 Std), im Accuil Periscolaire (Mo, Di, Do, Fr zw. 7-9 und 17-19 Uhr, von den Terminen wir abwechselnd einige wahrnehmen aber nicht alle abdecken können und die Bibliothek, in der wir immer Freitagabends (Öffentlich) und ansonsten unter der Woche für mehrere Stunden (Schule/Kindergarten) arbeiten. In den ersten Wochen - und eigentlich bis heute - habe wir beide (Viktorija und ich) immer noch ein bisschen das Gefühl, eigentlich überflüssig zu sein, da es doch nicht einfach ist, gleicht von Anfang an die Initiative zu übernehmen, selbst Aktivitäten vorzuschlagen usw. Daher beschränkt sich die Arbeit erstmal auf die einfacheren Tätigkeiten wie Geschichten vorlesen (naja, als ob das einfach wäre ;-), Kinder ruhig stellen, beim Essen und Klo-Gehen helfen (Ok, nur für die kleinren), Spiele spielen (ohje, Franz. Spielanleitungen !!!!), Spazieren gehen, Bücher einsortieren und verwalten, ganz ganz ganz ganz vielen unbekannten Leuten die Hand schütteln, freundlich lächeln und bitte auch den Namen merken und vieles mehr. Langsam aber sicher verändert sich dann das Bild: Deutsche Weihnachtsplätzchen backen, eigene Ideen einbringen, vom eigenen Land erzählen, eigene Projekte entwickeln usw. In der nächsten Woche beginnt die Kandidaten-Kampagne für den Kinder-Stadtrat (Conseil-Municipal), in der wir mitarbeiten und für den Monat Dezember sollen wir in den unterschiedlichen Einrichtungen unsere Ideen zum Thema Weihnachten einbringen. 

Darüber hinaus waren die letzten drei Wochen gespickt mit unterschiedlichen Veranstaltungen und Aktivitäten, beginnend mit unserem ersten Tripp nach Bordeaux, dem PostChantier von Concordia (so etwas wie eine Jahreshauptversammlung auf Regionalebene auf französische Art ;-) diversen Einladungen, dem Geburtstag von Viktorija und natürlich dem CHANTIER (=Workcamp). Das hat die letzten drei Wochen schon sehr bestimmt, schließlich waren wir im Prinzip Teilnehmer, wenn auch nur im Prinzip, da wir im großen und ganzen unserer normalen Arbeit nachgegangen sind. Ansonsten haben wir aber am Gruppenleben teilgenommen, d.h. an den gemeinsamen Mahlzeiten und an den Aktivitäten (u.a. ein Ausflug zur Dune de Pilat und einem Tag der offenen Tür). Insgesamt war das Chantier zwar eine absolut außerordentliche Erfahrung (16 Teilnehmer aus 11 Nationen), allerdings doch sehr anstrengend und an manchen Stellen auch nicht so ganz einfach, da wir schon ein bisschen hin und her gerissen waren. Jetzt steht erstmal eine große Saubermach-Aktion an, damit wir bis zu unserem Umzug in einigen Wochen hier noch einigermaßen vernünftig wohnen können (wenn hoffentlich bald die Dacharbeiten beendet sind - das ist einfach nur grausam, morgens um 7 von Hammerschlägen über dem eigenen Bett geweckt zu werden !!!)... Aber auch danach wird sicherlich keine Ruhe einkehren, schließlich beginnt dann das SVE-Seminar in Montpellier, die Concordia-Jahreshauptversammlung in Poitiers, die Umzugswoche und dann ist wahrscheinlich auch gleich schon Weihnachten... kaum Zeit, sich richtig einzuleben? Ich weiß es nicht, doch ich denke, dass das Gefühl von Routine frühestens erst im nächsten Frühjahr einkehren kann. 

Naja, soviel von mir, doch jetzt erlaube ich mir an dieser Stelle auch mal eine Rückfrage, schließlich leide ich an einem außerordentlich großen Informationsdefizit (Französische Nachrichten machen in dieser Hinsicht ihrem Namen alle Ehre) und an einer Wissenslücke vor allem über eure neuen Aufenthaltsorte und Telefonnummer - meine habt ihr ja!!! Also bitte, wenn das keine Aufforderung war ;-)


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