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Warum in Tübingen studieren?

Freitag 23. Mai 2008 07:04 Alter: 4 yrs
Rubrik: Wissen & Gesellschaft

Von: Philipp

Auch wenn ich diesen Text für die offizielle Fakultätszeitung "WiWi-News geschrieben habe, so steckt doch eine Menge von dem drin, was ich letztenendlich über unsere Fakultät denke - aber auch, mit welchen Kunstgriffen man Dinge zurechtbiegen muss, wenn man nichts falschen sagen möchte.

Besonders gut gefällt mir das breite Angebot, das man im Bachelor International Economics hat: Nicht nur, dass fast ein Dutzend verschiedene Sprachen studiert werden können, auch der Freiraum für Politik, Geschichte oder Geographie ist geschaffen. Alternativ kann man auch einen Schwerpunkt in BWL legen oder auch weiter entfernte Fächer wie Soziologie oder Psychologie wählen. Alles in allem sind wir in 6 Fakultäten Prüfungsberechtigt – das ist fast die halbe Universität! Natürlich erfordert diese Wahlfreiheit auch einen hohen koordinativen Aufwand und eine fundierte Auseinandersetzung mit allen Wahlmöglichkeiten. Aber so habe ich zum ersten Mal wirklich verstanden, warum es gewöhnlich als Vorteil verkauft wird, wenn Studierende sich durch den Unidschungel kämpfen müssen. Gewiss, in Tübingen wird nicht immer alles auf einem Tablett serviert – aber ich finde es viel anspruchsvoller und spannender, wenn ich selber entscheiden kann, was ich mir serviere!

Spannend ist auch das Studienumfeld, das in seiner Intensität wohl einzigartig ist. Dabei spielen vor allem die Studierenden in den Wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen eine große Rolle, die aus ganz Deutschland kommen (im Gegensatz zu vielen anderen Studiengängen der Universität) und überdurchschnittlich engagiert sind. Man könnte sich natürlich fragen: Was nützt es mir, wenn meine Kommilitonen auch gut sind? Aber die Antwort auf diese Frage lässt sich nur selbst erfahren: In Arbeitsgruppen, gemeinsamer Prüfungsvorbereitung, in Tutorien, die lebendig sind, weil viele Studierende aktiv teilnehmen, im Hörsaal, in dem trotz 200 Studierenden Fragen erwünscht und eine konzentrierte Atmosphäre möglich sind. Bemerkenswert ist auch, dass man als WiWi-Student und gerade Student der International Economics in fast allen Studentischen Organisationen Bekannte hat: Egal ob Aiesec, Market Team, Studieren ohne Grenzen, einer Studentischen Unternehmensberatung, in der Hochschulpolitik, Orchestern und Chören – wir sind einfach überall, fast wie der Motor der Universität.

Tübingen ist sicher nicht für jeden das Richtige: Wer aus einer Großstadt kommt, und das Mega-Nachtleben in Diskos und die Anonymität auf der Straße sucht, ist hier garantiert nicht richtig. Wer die perfekt organisierte Universität sucht, die auch noch in Placement-Agenturen die Absolventen in den Job bringt, ohne dass diese auch nur einen Finger krumm machen, ist an einer Traditionsuniversität mit über 500jähriger Geschichte fehl am Platz. Wer nur sein eigenes Fach im Blick hat, beim Studium von Sprachwissenschaft und Literatur immer nach dem Nutzen fragt, es nicht versteht, warum auch ein VWLer BWL-Grundkenntnisse haben sollte oder am liebsten mit hochgeklapptem Kragen über den Campus läuft – der sollte es sich noch einmal überlegen.

Wer aber die Wahl und die individuelle Freiheit, die Herausforderung in anspruchsvollen Veranstaltungen, den Blick über den Tellerrand und ein wirklich bereicherndes Studienumfeld in der perfekten Studentenstadt sucht: Willkommen in Tübingen1!


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